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Dr. med. Peter Strauven, MSc.

Facharzt für Ernährungsmedizin,
Facharzt für Allgemeinmedizin.
Master of Science in Preventive Medicine,
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Medikamente gegen Corona Virus: Stand 28.3.2020

Medikamente gegen Corona Virus: Stand 28.3.2020

Fakt ist: Viele Nachrichten, viel Forschung/Studien: kein Durchbruch!

Immer wieder werden in Presse und Fernsehnachrichten Hoffnungen geschürt, es gebe Medikamente, die gegen den neuen Corona Virus helfen.

Fakt ist: es gibt viele Ansätze SARS-Corona-V2 zu behandeln.
Aber leider mit vielen Haken…

Bei den meisten Medikamenten müsste das Medikament in der frühen Phase (als Protease–Hemmer eingesetzt die beste Wirkung), in ersten, maximal zweiten Woche der Infektion gegeben werden.

Interessante Virushemmer sind unter anderem:

Kaletra (Lopinavir/Retinavir – Einsatz bei HIV
https://www.aerzteblatt.de/archiv/213027/Coronavirus-SARS-CoV-2-Antivirale-Wirkstoffe-auf-dem-Pruefstand

Remdesevir (blockiert RNA-Polymerase – Einsatz bei Ebola-Virus)
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/109245/Remdesivir-Wirkt-gescheitertes-Ebolamittel-gegen-2019-nCoV

Favipiravir
ein Nukleosid-Analogon, baut während der Virus Vermehrung fehlerhafte Teile in das Virus-Erbgut. Unterdrückt: Einsatz beim Influenza Virus

Arbidol Umifenovir
aus Russland, gegen Influenza-Viren im Einsatz,
derzeit in Japan nur noch zugelassen gegen bestimmte Bauchspeicheldrüsen-Erkrankungen.

Alle sind derzeit nicht als Leitlinie anwendbar – weil:
  • offlable-use (eigentlich Medikament für eine andere Virus Erkrankung vorgesehen)
  • welche Dosiserung, wann genau, für wen, mit welchen Nebenwirkungen? (keine größeren Studien)
  • viele Corona-Virus-Patienten erkranken eher leicht bis mittelschwer und überstehen die Krankheit gut, auch ohne medizinische Behandlung.

Um die Worte von Prof. Dr. Drosten, Leiter Virologie Charitè Berlin, in seinem
„NDR-Info“ Podcast Nr.23 vom 27.3.2020 – 13.00 Uhr zusammenzufassen: wenn das SARS-Corona-V2 Virus sich im Körper einmal stark ausgebreitet hat (Phase 3 mit dann starken eigenen reaktiven Abwehrmechanismen bis zu einer Körper-Überreaktion), werden die bisherigen Antivirenmittel – wenn überhaupt – nur begrenzt helfen. Die bisherigen Studien sind häufig wegen ihres Aufbaus weiter immer sehr genau zu analysieren und haben bisher nicht überzeugt.
https://virologieccm.charite.de/metas/meldung/artikel/detail/taegliches_update_von_
prof_drosten_im_ndr_info_podcast/

Resochin (Chlorquin):
wird als Mittel gegen die Malaria schon seit Jahrzehnten eingesetzt. Chloroquin hemmt in Zellkulturen die Vermehrung des SARS-CoV-2. Die University of Oxford untersucht die Wirkung (plazebo-kontrolliert) mit 10.000 Teilnehmern. Derzeit werden in Spanien 2.900 positiv getestete SARS-CoV-Patienten in einer großen Studie in Kombination mit Darunavir/Cobicistat-CYP 3A4-Inhibitor getestet. Das Tübinger Tropeninstitut wird jetzt auch das Medikament testen. Derzeit nicht zur allgemeinen Anwendung empfehlenswert, auch nicht zur Prophylaxe. (siehe auch Podcast Nr. 23, NDR-2 Info, 27.3.2020).

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/111186/Hydroxy-Chloroquin-beschleunigt-Eliminierung-von-SARS-CoV-2-in-laufender-Studie vom 19.3.2020

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/111149/Tuebinger-Mediziner-wollen-Medikament-gegen-COVID-19-testen

Die Studienlage ist derzeit sehr instabil.
Prophylaktische Einnahmen werden derzeit nicht empfohlen!

Prof Dr. Drosten sieht in seinem podcast im NDR-Info Kanal die Wirkung des Medikamentes derzeit sicher nicht als durchschlagend an.

Cortison und andere Cortisonderivate:
Der Einsatz von Cortison ist wenig sinnvoll. Cortison wurde in China eingesetzt: das in der fortgeschrittenen Phase der Erkrankung sollten überschießende Immunreaktionen reduziert werden. Die Immunreaktion gegen das Virus wird abgeschwächt, die Elimination verzögert. Immunsupprimierte unter Cortisontherapie ohne virale Infektion sind generell gefährdet und haben eine höhere Ansteckungsgefahr.

Interferon:
Interferone (alpha, beta und gamma: Untertützung Immunsystem=Hemmung der Virenlast) machen nur Sinn, wenn sie in ganz frühen Stadien gegeben würden. In Abwägung auch von den teils deutlichen Nebenwirkungen und Potential erscheint derzeit die Gabe nicht sinnvoll.

Transplantation von Darmmikrobiom/ Fäkaltransplantation (FMT):
Hypothese: das Darmmikrobiom hat einen Einfluss auf die Lungen-Gesundheit: wenn zusätzlich Antibiotika eingesetzt werden, ist die Folge ein geschwächtes Darmmikrobiom; Viren können sich besser vermehren. Die Studie läuft seit 02.02.2020 in Nanjing in China (bis zu 40 Probanden, randomisiert plazebo-kontrolliert, verblindet)
https://www.clinicaltrials.gov/ct2/show/NCT04251767?term=therapy&cond=Corona+Virus+Infection&draw=2&rank=8
Ergebnisse sind in 3 – 4 Monaten zu erwarten.

FAZIT:

  1. Virustatika müssten optimalerweise schon in Phase 1 gegeben werden, wenn die Patienten symptomlos oder nur beginnende Symptome haben. Wenn Sie dann überhaupt wirken: denn alle Virustatika oben aufgeführt sind für andere Viruserkrankungen vorgesehen.
  2. Es gibt derzeit definitiv kein spezielles Virustatikum gegen SARS-Co-V2.
  3. Es bleibt: ein sinnvoller Impfstoff. Wann dieser kommen wird: ist unklar! Dieser Impfstoff muss geprüft und möglichst ohne Nebenwirkungen sein. Das geht nicht in wenigen Monaten. Egal, was in der nächsten Zeit darüber berichtet werden mag!

Wenn Sie Fragen zum Thema oder auch zu unserer Praxis haben:

  • Gerne können Sie mich kontaktieren unter:
    strauven@t-online.de
    Tel.: 0228 634940
    Fax.: 0228 651102

 

Medikamente Sars-CoV-2 im Überbick als Link:
https://www.aerzteblatt.de/archiv/213150/Therapie-von-COVID-19-erste-klinische-Studien-mit-verschiedenen-Wirkstoffen

https://www.aerzteblatt.de/archiv/213027/Coronavirus-SARS-CoV-2-Antivirale-Wirkstoffe-auf-dem-Pruefstand

https://www.aerzteblatt.de/archiv/213150/Therapie-von-COVID-19-erste-klinische-Studien-mit-verschiedenen-Wirkstoffen

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