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Dr. med. Peter Strauven, MSc.

Facharzt für Ernährungsmedizin,
Facharzt für Allgemeinmedizin.
Master of Science in Preventive Medicine,
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Dickdarmkrebs entdecken: Welcher Test ist der Beste? | Dr. Strauven
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Dickdarmkrebs entdecken: Welcher Test ist der Beste?

Apr 22 2015

Dickdarmkrebs entdecken: Welcher Test ist der Beste?

Vorsorge Dickdarmkrebs:  Immer wieder wird gestritten, welcher Stuhltest auf Blut im Stuhl der Beste sei. Doch die Datenlage ist eindeutig! Nur der immunologische Test führt am sichersten auf die Spur Dickdarmkrebs ja oder nein!

Guajak-Enzymstuhl-Test

Noch immer wird für Kassenpatienten nur der Guajak-Enzymstuhl-Test auf Kosten der Krankenkassen erstattet. Alle zwei Jahre ab dem 50.Lebensjahr haben Kassenpatienten Anspruch auf diesen Test. Doch die Datenlage sieht für diesen Test nicht gut aus:  Hermann Brenner und Sha Tao vom Deutschen Krebsforschungszentrum haben bei 2.235 Erwachsenen Guajak-Vorsorge-Stuhltests mit der anschließenden Dickdarmspiegelung verglichen: Trefferquote, dass der Guajak-Stuhltest auch nichts in der Koloskopie ergab: >95% (Spezifität). In diesem Bereich also gute Datenlage. Wichtiger aber: der Guajak Stuhltest entdeckte nur 33% (Sensitivität) der Dickdarmkarzinome!

Immunologischer Test (iFOBT)

Der immunologische Test auf okkultes Blut im Stuhl (iFOBT) (drei Tests wurden untersucht) deckte fast doppelt so viele Dickdarmkrebsveränderungen auf (60, 53,3 und 73,3 Prozent). Fortgeschrittene Dickdarmkrebsveränderungen deckte dieser Test dreifach mehr auf. Das heißt, die Sensitivität lag erheblich höher. Die Spezifität war ebenso hoch wie beim Guajak-Enzymtest. Weiterer Vorteil des immunologischen Tests: er ist im Gegensatz zum Guajak-Enzymtest auch noch Nahrungsunabhängig. Allerdings ist er teurer (35-40,00 Euro) und wird bisher (ab 2016 erstattungsfähig) nicht von den allgemeinen, jedoch von den privaten Krankenkassen erstattet.

M2-PK Stuhltest

Der M2-PK Stuhltest ist unabhängig von Blut im Stuhl. Er testet auf das Enzym M2-PK (Pyruvatkinase), das bei der Entstehung von Polypen und Dickdarmkrebs von Bedeutung ist. Der Haken dieses Tests ist die niedrige Spezifität: zu viele falsche positive Ergebnisse ist das Ergebnis. Die meisten Studien zu diesem Test waren vorselektionierte Patientenkollektive: eine Aussage zur Wertigkeit eines solchen Tests für die Vorsorge ist bei symptomfreien Patienten eingeschränkt. Keine Kassenerstattung.

Der M2-PK Stuhltest verbunden mit einem enzymatischen Stuhltest auf Blut im Stuhl.

Die Aussage wird durch den enzymatischen Test verbessert, aber weiter besteht die Gefahr zu vieler falsch positiver Ergebnisse (Spezifität). Hierdurch werden meist die Patienten besonders verunsichert, wenn dann in der Coloskopie (die von vielen Menschen zunächst gemieden wird) kein Ergebnis herauskommt, obwohl der Test positiv anzeigt.  Keine Kassenerstattung.

Neuer auf DNA basierter Stuhltest auf Dickdarmkarzinom

Ein neuer „Cologuard“ auf DNA ( KRAS -Mutationen, anomale NDRG4 und BMP3 Methylierung und β-Actin) und Hämoglobin Assay basierter Stuhltest  wird derzeit in den USA zunehmend favorisiert.  Er ist den obigen Blutsuchtests im Stuhl zumindest teilweise überlegen. Mit dem Verfahren wurden mehr Karzinomfrühstadien korrekt diagnostiziert:  aber in der wichtigen Spezifität (falsch positive Befunde eines Dickdarmkarzinoms) ist der Test den immunologischen Tests weiter unterlegen (Spezifität DNA-Test: 89,8%; Spezifität immunologischer Test in dieser Studie 96,4%). Mit der Entwicklung eines neuen DNA-basierten Stuhltests, der krebsspezifische Genmutationen und okkultes Blut erkennt, ist man diesem Ziel ein Stück nähergekommen.

Fazit:

Es lohnt auf jeden Fall der Gang zum Arzt im Rahmen der Vorsorge Dickdarmkrebs: sollten Sie die Koloskopie zunächst (Goldstandard!) scheuen, dann nehmen Sie zumindest den immunlogischen Untersuchungstest (iFOBT) in Anspruch. In der nächsten Zeit werden mehr neue Tests auf DNA Basis auf den Markt kommen. Die Studienlage hierzu ist bisher noch unzureichend. Dies kann sich in den nächsten Jahren jedoch ändern.

Ich rate meinen Patienten ab 45-50 zu einer Koloskopie (Risiko Nebenwirkungen  unter 1%, Aussage Goldstandard), bis dahin zu einem immunologischen Test ab 35 Jahren jährlich. Bei Personen mit Dickdarmkrebserkrankung von Vater und Mutter (Verwandte 1. Grades) soll nach Leitlinie auf jeden Fall bereits ab dem 40.Lebensjahr eine Koloskopie durchgeführt werden (Familiäres Dickdarmrisiko).

Quellen:

  • Quintero et al.: Equivalency of Fecal Immunochemical Tests and Colonoscopy in Familial Colorectal Cancer Sreening,  Journal Gastroenterology, 2014, Volume 147, Issue 5, Pages 1021–1030.e1
  • Auszug aus: BARMER GEK Gesundheitswesen aktuell 2011 (Seite 270-295): „Früherkennung Kolorektaler Karzinome durch Stuhltests“
  • Eickhoff, A. et al.: Früherkennung des kolorektalen Karzinoms. Aktuelle Vorgehensweise: Koloskopie, Stuhltest, Radiologie. best practice onkologie 2009, 4:4-13
  • Guittet et al.: Screening for Colorectal Cancer, N Engl J Med 2010; 362:84-85
  • Federici et al.: The immunochemical faecal occult blood test leads to higher compliance than the guaiac for colorectal cancer screening programmes:  a cluster randomized controlled trial: J Med Screen 2005; 12:83–88
  • Hermann Brenner und Sha Tao: Superior diagnostic performance of fecal immunochemical tests for hemoglobin in a head-to-head comparison with guaiac based fecal occult blood test among 2235 participants of screening colonoscopy. European Journal of Cancer 2013, http://www.ejcancer.com/article/S0959-8049(13)00357-2/abstract
  • Haug, U., S. Hundt, and H. Brenner, Sensitivity and specificity of faecal tumour M2 pyruvatekinase for detection of colorectal adenomas in a large screening study. Br J Cancer, 2008.99(1): p. 133-5.
  • Moslein, G., et al., Analysis of the statistical value of various commercially available stool tests- a comparison of one stool sample in correlation to colonoscopy. Dtsch Med Wochenschr,2010. 135(12): p. 557-62.
  • Thomas F. Imperiale, MD, David F. Ransohoff, MD, Steven H. Itzkowitz, MD, Theodore R. Levin, MD, Philip Lavin, Ph.D., P. Graham Lidgard, Ph.D., David A. Ahlquist , MD, und Barry M. Berger, MD, “Multitarget Stool DNA-Tests für Colorectal Cancer Screening” N Engl J Med 2014; 370: 1287-1297.   NEJMoa1311194http://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1311194

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Ihr Dr. Peter Strauven
Master of Science in Preventive Medicine,
Facharzt für Ernährungs-, Allgemeinmedizin.

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