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Dr. med. Peter Strauven, MSc.

Facharzt für Ernährungsmedizin,
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Probiotika gegen chronische Migräne? Neue Erkenntnisse. - Blog Dr. med. Strauven
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Probiotika gegen chronische Migräne? Neue Erkenntnisse.

Jan 03 2017

Probiotika gegen chronische Migräne? Neue Erkenntnisse.

Immer mehr wissenschaftliche Studien unterschiedlicher Forschergruppen belegen Zusammenhänge zwischen Störungen des Gehirnstoffwechsels und einer gestörten Bakterienflora im Darm (1, 2, 3, 4).

Der Ansatz für diese Untersuchungen lag auf der Hand: Schon lange ist bekannt, dass die mehr als hundert Millionen Neuronen im Darm (das Bauchhirn) einerseits bedarfsgerecht den Darm unabhängig von unserem Gehirn steuern. Andererseits kommuniziert der Darm aber über eine weitere Achse mittels Nervensignale, Hormone, Zytokine mit dem Gehirn. Die „Darm-,Gehirn-Achse“ (1, 4).

Eine Gruppe aus den Niederlanden wollte herausfinden, ob auch bestimmte Probiotika (entzündungshemmend u.a.), auch Migräne Attacken reduzieren können: 27 Patienten mit mindestens vier Migräne Attacken /Monat erhielten drei Monate täglich oral 2 g eines definierten Probiotikums mit acht verschiedenen Bakterienstämmen.

Tatsächlich reduzierten sich die Migräneattacken (23%), aber auch die Intensität der Migräne Schmerzen. Vorher eingenommene zusätzliche Schmerzmittel wurden ebenfalls weniger eingenommen (2).

Veränderungen im Darm (Reizdarm, Darmdysbiose, „Leaky gut“, entzündliche Erkrankungen der Darmoberfläche, u.a.) werden über diese „Darm-, Gehirn-Achse“ auch dem Gehirn signalisiert und beeinflussen dort emotionale, kongnitive, hormonelle Prozesse.

Das Gehirn wird so nicht nur über die Energiesituation des Darmes (Darmbakterien wichtigster Produzent mehrfach ungesättigter Fettsäuren), sondern auch über eine Fehlfunktion von Darmbakteriengruppen durch zum Beispiel Antibiotika, entzündliche Dysbiose, hormoneller Stress u.a. informiert (4).

Durch die oben aufgeführten Fehlfunktionen werden Entzündungsfaktoren wie TNF-alpha, spezielle T-Lymphycyten u.a. freigesetzt. „Tight junctions“ (wichtige Abwehrzone an der Darmoberfläche) werden aufgelöst, die Epithelschicht der Darmzotten wird attackiert, Schad-, Giftstoffe gelangen in unser Körpersystem.

Es entsteht eine Entzündung, die über mehrere biochemische Prozesse schließlich auch das Gehirn erreicht: die Aktivierung der Mikroglia (Makrophagen-Abwehrsystem des Gehirns) wird aktiviert, weitere entzündliche, immunlogische Prozesse entstehen; diese triggern eine Migräne.

Vor einer Anwendung von Probiotika gegen Migräne empfehle ich:

  • Arztgespräch-Anamnese (Migränepass etc. )und  orientierende Untersuchung
  • Stuhldiagnostik (Zonulin, Calprotectin, sekretorisches IGA u.a.)
  • Genuntersuchung bestimmter Darmbakteriengruppen im Stuhl
  • Blutabnahme (Entzündungszeichen, Screening Lebensmittel-Allergien, Leberwerte, Nierenwerte, kleine Hormonanalyse u.a.).

Erst dann ist es gerechtfertigt dem Patienten einen Therapieansatz anzubieten. Die vorschnelle Gabe bestimmter Bakterien (sozusagen irgendein Präparat…) kann dem Patienten sogar schaden und Nebenwirkungen auslösen.

Gerne können Sie einen Termin mit mir vereinbaren!

Literatur:

  • Erny D, Hrabě de Angelis AL, Prinz M., “Communicating systems in the body: how microbiota
    and microglia cooperate”, Immunology. Review; 2017 Jan; 150(1):7-15. doi: 10.1111/imm.12645; Epub 2017.
  • De Roos et al., “The effects of the multispecies probiotic mixture Ecologic®Barrier on migraine: results of an open-label pilot study.” Benef. Microbes, 2015; 6(5):641-6. doi:
    10.3920/BM2015.0003. Epub 2015.
  • Steenbergen L et al., “A randomized controlled trial to test the effect of multispeciesprobiotics on cognitive reactivity to sad mood”, Brain Behav Immun. 2015 Aug; 48:258-64.
  • Casmara et al., “Gastrointestinal disorders associated with migraine: A comprehensive review”, World J Gastroenterol. 2016 Sep 28; 22(36):8149-60.doi: 10.3748/wjg.v22.i36.8149. Epub 2016.
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