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Dr. med. Peter Strauven, MSc.

Facharzt für Ernährungsmedizin,
Facharzt für Allgemeinmedizin.
Master of Science in Preventive Medicine,
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10 Irrtümer über unsere Ernährung - Blog Dr. med. Strauven
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10 Irrtümer über unsere Ernährung

Feb 08 2014

10 Irrtümer über unsere Ernährung

Schlaf macht schlank, Vollkornernährung ist gesünder, Zusatzstoffe in Lebensmitteln machen krank, Biokost schmeckt aromatischer, mit „low carb“ nimmt man besser ab. Beliebig kann die Liste über richtige oder falsche Ernährung fortgeführt werden. Aber, was stimmt nun wirklich? Hier habe ich Ihnen einige, wichtige Irrtümer der Ernährung aufgeführt.

Schlaf macht schlank, stimmt das?

Regelmäßiger und ausreichender (optimal 6-8 Stunden täglich) Schlaf ist gesund und hält unsere Organfunktionen, besonders das Hormon- und Immunsystem fit. Schlank werden wir hierdurch nicht! Leider macht Schlafmangel eher dick. Gute wissenschaftliche Studien, wie zum Beispiel die grosse „Wisconsin Sleep Cohorten Studie“ (PLos, 12 Vol., 2004)  belegen bereits seit langem, dass wenig Schlaf und Nachtarbeit eher dick machen. Sind wir nicht ausgeschlafen oder ist unser Schlafrhythmus gestört (zum Beispiel bei Schichtarbeit), wird das Sättigungshormon Leptin in unserem Körper gedrosselt. Ghrelin, das Appetit stimulierende Hormon, bekommt die Oberhand. Der Appetit wird sicher zunehmen.

Führt „low carb“ (also weniger Kohlenhydrate) besser zu Gewichtsreduktion als „low fat“ (weniger Fette in der Nahrung)?

Leider falsch. Seit langem versuchen die verschiedenen wissenschaftlichen Ernährungsrichtlinien zu beweisen, dass entweder weniger Kohlenhydrate oder weniger Fett reiche Ernährung der erfolgreichere Weg zur Gewichtsreduktion ist. „Ob schlank im Schlaf“ oder „Dukan Diät“ oder andere angepriesene Diäten mit ihren  angeblich neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen: betrachtet man genau diese Diäten: ALLE bieten in ihren Tagesplänen als Endresultat immer das Gleiche an. Man nimmt weniger Kalorien zu sich, also nimmt man ab.

Die Frage hierbei ist: was macht am Ende über Jahre dann noch Spaß zu essen. Auf den Punkt gebracht: jeder findet seinen eigenen individuellen Weg für ein erfolgreiches, konstantes Wohlfühlgewicht. Hierbei möchte ich Ihnen helfen: denn mit meist wenigen Tipps, einer meist etwas anderen Tagesplanung-, Biorhythmik, ein wenig mehr Bewegung und einem ausgeglichenen Kopf schaffen wir eine auf jeden Fall eine erfolgreiche Gewichtsoptimierung.

Helfen „Light“ Produkte beim Abnehmen?

Eher im Gegenteil! Die Strategie ist durchsichtig. Diese Produkte unterstellen: „Ich kann mehr davon essen“. Oder das Argument wird unterstellt: „Dann darf ich woanders mehr davon essen“.
Jede Diät hat ihre eigene Strategie. Mein Vorschlag: mache es Dir doch einfach.

Lasse Dich aufklären, dass 30g „Light Teewurst“ drei Mal so viele Kalorien hat, wie 30g Putenbrust oder Schinken. Milch- und Käseprodukte können erheblich weniger Kalorien besitzen und man kann mehr davon essen. Es ist also nur die Aufklärung in einem Gespräch nötig, um die Augen auf reichliches gutes Essen mit wenig Kalorien zu richten. Für jeden Geschmack werden wir sicher etwas finden.

Heute sind weniger Nährstoffe in unserer Ernährung als früher?

Viele Menschen glauben, dass durch intensive Bebauung der Böden nicht mehr ausreichend Nährstoffe in der Nahrung vorhanden sind. Das stimmt nicht. Ein Nährstoffmangel würde ja die Pflanzen oder Gemüsesorten weniger gut wachsen lassen. Das schlägt sich auf den Ertrag und das Einkommen bei den Bauern aus. Es wird meist sehr gezielt gedüngt. Auch hier muss nicht gleich wieder negativ interveniert werden, dass viele chemische Stoffe enthalten seien. Jeder Bauer hat immer vorrangig das Ziel einen guten Ertrag zu erwirtschaften. Dass es, wie in allen Berufszweigen, auch schwarze Schafe gibt, das spricht für sich selbst.

Schaden Milch und Zucker der Haut?

Die Einnahme von vermehrt Zucker hat Einfluss auf den Hormonhaushalt des Körpers, das steht fest. Zumindest einige Studien weisen darauf hin, dass es Zusammenhänge zwischen erhöhter Zucker-, Milcheinnahme und Akne gibt. Ich rate in meiner Praxis immer dazu bei Hautkrankheiten den Versuch zu starten eine Zeit lang einmal Milch und Zucker deutlich in der täglichen Ernährung einzuschränken. Besonders bei Psoriasis und Neurodermitis kann eine Besserung hierdurch eintreten.

Senkt Soja die Spermienzahl?

Prof. Dr. Helmut Heseker, Ernährungswissenschaftler und Soja-Experte aus Paderborn hält diese Hypothese für nicht ausreichend wissenschaftlich untermauert. Spermien werden meist in gewaltigen Überfluss produziert. Eine Verminderung der Spermienzahl durch Soja hätte hier keinen Einfluss hinsichtlich einer Fruchtbarkeit des Mannes.
Der Glaube, durch starke Sojaeinnahme eine Schwangerschaft zu verhindern, ist Aberglaube, so der Wissenschaftler.

Wer kein Fleisch ist, dem fehlen Nahrungsstoffe.

Richtig ist, dass Fleisch viel Eisen und Eiweiß enthält. Das ist gut für unsere Ernährung. Gerade junge Frauen haben sehr oft einen Eisenmangel durch eine ausgeprägte Regelblutung. Andererseits können wir prima auch ohne Fleisch auskommen. Gemüse, Hülsenfrüchte, Nüsse, Vollkornprodukte, Milch, Eier und Obst bieten ausreichend Ersatz. Hierdurch könnten sogar mehr Ballaststoffe und Vitalstoffe den Körper erreichen.

Leben Vegetarier länger als die Normalbevölkerung?

Absolut nicht bewiesen. Immer wieder tauchen solche Informationen in den Medien auf. Tatsächlich haben einige Studien in neuerer Zeit, teilweise umstritten, belegt, dass reichlicher Fleischkonsum negative Auswirkungen auf unsere Gesundheit haben kann (besonders Herzkreislauferkrankungen).

Letztendlich entscheidet unser Lebensstil, also unsere eigene Entscheidung, wie wir unser Leben gestalten, darüber, ob wir mehr oder weniger lange leben. Sicher spielt auch die Vererbung, also Genetik, eine Rolle. Aber neue seriöse Studien belegen, verantwortungsvoller Lebensstil beeinflusst sogar unsere geerbte Genetik. Das heißt, wer mit seinem Leben (Sport, Ernährung, Sexualität, gute soziale Kontakte, zufriedene Arbeit) erfolgreich umgeht, der lebt länger und beeinflusst sogar die teilweise geerbten schlechten Gene der Eltern. Das ist abgesicherte medizinische Wissenschaft! Leider wird dies nur wenig zur Kenntnis genommen. Allerdings heißt das nicht, wir sollen fanatisch leben… das führt meist zu schlechten Ergebnissen.

Ich berate hier meine Interessenten und Patienten ausführlich in einem ruhigen, vertrauensvollen Gespräch, wie individuell, also auf jeden Einzelnen, gezielt ausgerichtet Ernährung, Sport, Lebensführung erfolgreich sein kann.

Wir trinken meist zu wenig?

Eine Frage, die immer wieder sehr umstritten ist. Menschen mit Harnsteinen sollen wirklich mehr trinken, um einer Harnsteinbildung vorzubeugen. Das ist bewiesen. Ältere Menschen neigen auf Grund eines verminderten Durstgefühles tatsächlich dazu weniger zu trinken. Sie sollten ein wenig „über ihren Durst“ täglich trinken und auch zum trinken angehalten werden. Ebenfalls bewiesen. Bestimmte Erkrankungen sorgen dafür, dass wir mehr trinken müssen (Diabetes insipidus).

Viele Studien haben widerlegt, dass der Mensch mindestens 2,5-3 Liter täglich trinken muss, um ein gesundes Leben zu führen. Tatsache ist, dass 1,5 – 2 Liter Flüssigkeitszufuhr völlig ausreichend für den Körper sind. Das entspricht meist auch unserem eigenen Durstgefühl. Über die Nahrung nehmen wir im Schnitt auch bereits um die 0,7 Liter auf. Im Rahmen von Kuren (Heilfasten, F. X. Mayr-Kur, Entgiftungskur) wird eine gesteigerte Trinkmenge gewünscht. Hierdurch wird einerseits die Ausscheidung gefördert, andererseits ein anfangs entstehendes Appetit-, Hungergefühl gelindert.

5 Portionen am Tag essen ist gesund?

Hierfür gibt es keinen Beweis. Es ist aber für bestimmte Industriezweige im Rahmen von Kampagnen von Bedeutung. Die deutsche Gesellschaft für Ernährung wollte hiermit den Obstkonsum anregen in der Bevölkerung. Für bestimmte Konstitutionstypen, schlanke Menschen, kann eine Zwischenmahlzeit gegen 11.00 Uhr gut sein, um einen zu niedrigen Blutzuckerspiegel wieder auf „Betriebshöhe“ zu bringen. 3 Portionen am Tag regulieren für gesunde Menschen meist besser den Hormon-, Blutzuckerspiegel.

Längere nahrungsfreie Intervalle sind durchaus gewünscht (Nacht), um bestimmte Stoffwechselvorgänge (zum Beispiel Hormonproduktion) zu fördern. Mit dem Frühstück (englisch breakfast; übersetzt: fasten brechen) vollziehen wir dann morgens wieder unseren 25h Biorhythmus (der Mensch unterliegt wissenschaftlich 25h Biorhythmus!).

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