Ungesättigte Fettsäuren ...

Die Gabe von ungesättigten (einfach oder mehrfach) Fettsäuren: in meiner Praxis Standardempfehlung- und Therapie:

Kalt gepresste Öle, die ich selbst bestelle und verzehre zu Hause: Adressen zum Einkauf: www.fandler.at  www.ka-vita.de 

 

Man unterscheidet einfach- und mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Die mehrfach ungesättigten Fettsäuren haben höhere medizinische Bedeutung(besonders Fisch-DHA- und Leinöle-EPA-) als einfach ungesättigte Fettsäuren. Ich empfehle meinen Patienten zur Prophylaxe vor Arthrose, Herzkreislauferkrankungen, zum senken von Trigylceriden, rezidivierenden Infekten und Stress u.a. die Einnahme solcher Öle regelmässig täglich. Ich selnbst nehme täglich 1x1 Kapsel OMACOR morgens. Achtung: Patienten mit Gerinnungsmedikamenten müssen überwacht werden. Diese Öle fördern die Fliesseigenschafte des Blutes. Hier ist Beratung erforderlich.

Achtung: bitte die vor allem mehrfach ungesättigten Öle ( zum Beispiel Lein-, Fisch-, Raps-, aber auch Olivenöl (besonders die extra gepressten) nicht in die Pfanne und damit braten. Diese Öle sind hitzeempfindlich und verlieren dann ihre Wirkung. Also: bitte diese Öle über das Essen am Tisch giessen.

Mehfach ungesättigte Fettsäuren senken nachweislich die Körperfette  (Triglyceride), senken den Blutdruck, haben gerinnungshemmende Wirkung (Thrombocytenaggregationshemmung), wirken positiv beeinflussend auf Herzrhythmusstörungen (antiarrhythmisch), wirken antientzündlich.

(Kris-Etherton, P.M. et al., Fachzeitschrift CIRCULATION 2002, 106: 2747-57)  

Die GISSI-P-Studie (randomisiert, kontrolliert) bei 11.324 (25% haben allerdings die Studie nicht zu Ende geführt) Patienten nach Herzinfarkt zeigt einen positiven Effekt durch Einnahme hochdosierter Fisch-Leinöle durch ein Präparat (hier OMACOR) (Kosten 300,00 Euro / Jahr) täglich über 3,5 Jahre: der primäre Endpunkt - eine Kombination aus Tod, nicht tödlichem Herzinfarkt und Schlaganfall im Vergleich zu allen Ölanwendern sinkt von 13,9 % auf 12,6 % (NNT-Jahr: 270, CI: 0,82 bis 0,99).

(GISSI-Prevencione Investigators: in der Fachzeitschrift LANCET 1999, 354: 47-55). 

 

 

Einfach ungesättigte Fettsäuren verbessern bei Übergewicht, bei Nikotinkonsum und Bluthochdruck sowie bei einer Insulinresistenz deutlich die Stoffwechselsituation.

Bei Diabetikern, Hypertonikern, Patienten mit Fettstoffwechselstörungen und Übergewichtigen mit Betonung des Bauchfetts besteht häufig eine Insulinresistenz. Eine Insulinresistenz bedeutet, dass das Hormon Insulin (das den Blutzucker senkt) konstant zu hoch im Blutspiegel vorhanden ist. Wie kann das verhindert werden? Ein zu hoher Insulinspiegel wird durch Reduktionskost, Nichtrauchen, aber auch durch regelmä?üige Bewegung vermindert.

Eine eindrucksvolle Studie von VESSBY et al. zeigt, dass die chemische Struktur der Nahrungsfettsäuren die Insulinwirkung beeinflusst: Einfach ungesättigte Fettsäuren verbessern, gesättigte Fettsäuren vermindern die Insulinwirkung im Körper.

162 gesunde Personen wurden drei Monate lang kontrolliert untersucht. Sie erhielten entweder eine Kost mit einem hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren oder an einfach ungesättigten Fettsäuren (MUFA = mono unsatured fatty acids). In jeder Gruppe wurde der Hälfte der Personen 3,6 g Fischöl (n-3-Fettsäuren) in Kapselform verabreicht.

Die Insulinsensitivität war bei der MUFA-Gruppe deutlich besser - um 12,4 %. Wenn der Fettkonsum jedoch unter 34 % der Gesamtenergie lag, war der Unterschied noch deutlicher: Er betrug 21,3 %. Die Insulinkonzentration im Blut, ein Parameter der Insulinresistenz, nahm unter der Gruppe, die gesättigte Fettsäuren zu sich nahm, sogar zu (2,8 %), während sie in der Gruppe, die sich überwiegend von ungesättigten Fettsäuren ernährte, abnahm (?Ä?5,8 %). Die zusätzliche Gabe von Fischölkapseln veränderte weder die Insulinsensitivität noch die Insulinkonzentration im Blut.

Resultat:
Die Untersuchung zeigt eindrucksvoll, dass beim Menschen die Verlagerung der Ernährung vom überwiegenden Konsum gesättigter Fettsäuren (tierischer Fette) zu einfach oder mehrfach ungesättigten Fettsäuren (z. B. Rapsöl, Leinöl, Olivenöl etc.) eine Verbesserung der Insulinsensitivität (= Empfindlichkeit im Körper) bewirkt.

Patienten mit einer Insulinresistenz und entsprechenden Nebenwirkungen - von Übergewicht über hohen Blutdruck bis hin zur Fettstoffwechselstörung - sollten also auch ihre Ernährung beachten.

Empfehlung in meiner Praxis:
Reduktion tierischer Fette. Das ist recht einfach: statt Fleisch, Wurst 2 bis 3 Mal in der Woche Fisch essen - wie etwa Rotbarsch, Seelachs oder Seezunge (unpaniert, ohne Remouladensauce, gedünstet, gedämpft). Natürlichen Brotaufstrich verwenden (z. B. IBI- Naturaufstrich), Tomaten, Gurkenscheiben, Salatblätter, Oliven mit Kräutern, Schafs- oder Ziegenkäse. 2 bis 3 Mal in der Woche mittags einen Salatteller zubereiten - mit Öl, Essig, Kräutern. Insgesamt über alle Speisen vermehrt kalt gepresste Öle geben (2 bis 3 Esslöffel).

Quelle: Cardiocasc; Interdisziplinäre Fortbildungszeitschrift für Angiologie, Diabetologie, Kardiologie; Heft 2002/2

B. Vessby et al.: Substituting dietary saturated for monounsaturated fat impairs insulin sensitivity in healthy men and women: the KANWU study. Diabetologia 44 (2001), 312?Ä?319


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Dr. med. Peter Strauven
Ganzheitlich-biologische Arztpraxis

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