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Dr. med. Peter Strauven, MSc.

Facharzt für Ernährungsmedizin,
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Darmerkrankung Zöliakie – erkennen und behandeln

Mai 22 2012

Darmerkrankung Zöliakie – erkennen und behandeln

Die Zöliakie ist eine Autoimmunerkrankung des Darmes, die Verdauungsbeschwerden und Nahrungsdefizite (B12, Folsäure, Zink, Vitamin D, Calcium u. a.) aber auch Schmerzen nach sich zieht. Sie wird ausgelöst durch die „Klebereiweiße“: vor allem das „Gluten“ im Weizen, aber auch weniger bekannte Verwandte des Glutens im Roggen oder Gerste sind Hordein und Secalin.

Andere Brotsorten, wie Dinkel, enthalten auch Gluten; nicht aber Reisbrot, Hirsebrot, Maisbrot. Glutene sind in vielen anderen Lebensmitteln versteckt enthalten(Backwaren, Fertiggerichte u. a.). Damit diese Erkrankung entstehen kann, muss

  • eine genetische Vorraussetzung (HLA-DQ2, HLA-DQ8) vorliegen (gehäuftes familiäres Vorkommen).
  • eine durchlässige Darmwandschleimhaut bestehen (bitte das Protein „Zonulin“ bestimmen lassen im Blut).
  • bestimmte Umweltfaktoren vorliegen.

Die Fakten zu Zöliakie:

  • Wahrscheinlich einer von hundert in Europa lebenden Menschen (das ist weit mehr, als früher angenommen) leidet unter einer Zöliakie; die meisten Betroffenen wissen es nicht, da die Erkrankung über Jahre, Jahrzehnte still ablaufen kann mit späteren fatalen Folgen.
  • Jeder zweite Betroffene hat bei Diagnosestellung keinen Durchfall (ein Leitsymptom!)
  • Die Zahl der Betroffenen ist in den letzten Jahren auf Grund veränderten Ernährungs-und Umweltverhaltens erheblich gestiegen.
  • Typische Beschwerden bei Kindern sind rezidivierende Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall, Verstopfung, Gewichtsverlust, Erbrechen.
  • Bei Erwachsenen stehen als Leitsymptome neben Darmbeschwerden, Gelenkschmerzen, Blutarmut, Müdigkeit, Krämpfe, Osteoporose, Taubheitsgefühl an Füssen und Händen im Vordergrund.
Die Glutenintoleranz entsteht meist sekundär auf dem Boden einer gereizten Darmoberfläche wegen einer Darmentzündung aus anderen Gründen (M. Crohn, Colitis ulcerosa, Lebensmittelallergie, Lebensmittelintoleranz, Fruktoseintoleranz, Histaminintoleranz, Mastocytose u. a.). Rheumapatienten und Typ 1 Diabetes Patienten haben eine gehäufte Glutenintoleranz (Autoimmunprozess: „leaky gut syndrom“).

In meiner Praxis spielt die Glutenintoleranz, Zöliakie (Sprue) eine wichtige Rolle in der Abklärung von unklaren Darmbeschwerden, Lebensmittelintoleranzen und Gelenkschmerzen, Osteoporose, Zink-, Vitamin D Mangel u. a.

Zoeliakie Behandlung – Der Ablauf
in meiner spezialisierten Ernährungs-Praxis:

  • Ausführliche Befragung, einschließlich Familiengeschichte und ärztliche Untersuchung (besonders Bauch, Haut, Gelenkstatus) mit Ultraschall (MyLAb 60 Gerät hochauflösend) (Darm, Leber , Galle, Bauchspeicheldrüse).
  • Orientierende Stuhluntersuchung auf Gluten-Antikörper, Alpha -1- Antitrypsin, sekretorisches IGA, Lactoferrin, Pilzuntersuchung, Pankreas – Elastase, Gallensäuren. (Die Stuhlflora bringt nicht wesentlich weiter). Stuhluntersuchung auf Blut im Stuhl. Bei positiver Anamnese, Antikörper Glutene im Stuhl:
  • Genuntersuchung und  Antikörperbestimmung im Blut; Zonulin, Blutbild, Vollblut Mineralstoffe und Spurenelemente, hsCRP, TNF-Alpha, CCP-Rheumafaktor, ANA, ENA, ANCA. Bei positiven Befund Gene + Antikörper Glutene:
  • Magen-, Dünndarmspiegelung mit Entnahme einer Gewebsprobe aus dem Dünndarm.

Das probeweise Weglassen von glutenhaltigen Stoffen (Ernährungsberatung spezialisiert hier bei uns) ist sowohl diagnostisch als therapeutisch wegweisend. Die Durchführung einer solchen Diät ist einfach und wenig kompliziert, erfordert jedoch die Mitarbeit des Patienten über einen gewissen Zeitraum. Eine eindeutige glutenfreie Ernährung bringt eine hervorragende Verbesserung vieler Beschwerden.

Gerne stehe ich Ihnen mit Rat und Tat zur Seite!

Literatur:

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