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Dr. med. Peter Strauven, MSc.

Facharzt für Ernährungsmedizin,
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Darmbakterien als Hoffnung für an der Leber erkrankte Menschen? - Blog Dr. med. Strauven
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Darmbakterien als Hoffnung für an der Leber erkrankte Menschen?

Jan 10 2017

Darmbakterien als Hoffnung für an der Leber erkrankte Menschen?

Unsere Darmbakterien bekommen immer mehr Bedeutung in der Wissenschaft. 2004 wurden nur 14 wissenschaftliche Artikel über sie veröffentlicht, während 2014 bereits 3700 Veröffentlichungen in der größten Datenbank „pubmed“ zu finden waren.

Durch die „Hochdurchsatzsequenzierung“ (16m RNS) kann jetzt wesentlich schneller, effektiver, kostengünstiger der Genpool der Gesamtheit der Darmbakterien entschlüsselt und erforscht werden. Diese Untersuchungen finden auch schon direkt in der Arztpraxis Anwendung.

Ein erheblicher Anteil der deutschen Bevölkerung leidet bereits unter einer Fehlfunktion der Leber verursacht durch Adipositas, Diabetes mellitus, Infektionen, Medikamente u.a. Interessanterweise viele davon ohne Alkoholeinfluss (nicht alkoholische Fettleber = NASH)!

Wir wissen bereits, dass eine eingeschränkte Leberfunktion, wie eine Fettleber, auch als Auslöser für das weit verbreitete metabolische Syndrom (Bauchfettleibigkeit, hoher Blutdruck, Diabetes mellitus Typ II, Fettstörung= Triglyceride erhöht) gilt. Die Forschung befasst sich zunehmend mit diesem Syndrom.

Zwei weitere Auslöser dieser nicht alkoholischen Fettleber (NASH) wurden jetzt entdeckt: unsere Darmbakterien und die Darmschranke (die Darmzotten mit ihrem Abwehrsystem).

Die Grazer Forschungsgruppe um Vanessa Stadlbauer-Köllner macht Hoffnung mit ihrer neuen Veröffentlichung für Leber erkrankte Menschen: in einer Placebo kontrollierten Doppel-Blind-Studie an 101 Patienten konnte sie nachweisen, dass eine definierte zusammengesetzte Bakteriengruppe von 8 verschiedenen Symbionten (Probiotikum) über den Mund eingenommen Leber Erkrankten helfen kann.

Die 101 Patienten mit Leberzirrhose (Leberzelluntergang in Bindegewebe) sind alle in Behandlung in der Abteilung für Innere Medizin (Gastroenterologie und Hepatologie) der Universitätsklinik in Graz, Österreich.

Sechs Monate erhielten die Patienten entweder zwei Mal täglich ein Probiotikum (bestimmtes Darmbakterienpräparat) oder ein Placebo Präparat. Anschließend wurden die Patienten sechs Monate beobachtet. Leberfunktion, Immunabwehr, Darmbarriere und die Zusammensetzung des gesamten Darm-Mikrobioms wurden untersucht. Die Patienten, die ein Probiotikum einnahmen, zeigten anschließend eine verbesserte Leberfunktion, vor allem in den Immunwerten, nicht aber in den „Leaky gut“ Werten (z.B. Zonulin, sekretorisches IGA u.a.), wie die Studienleiterin Frau Prof. Dr. med Stadlbauer-Köllner die Studie zusammenfasste. Man vermutet weiterhin, dass durch bestimmte gestörte Darmschrankensysteme einerseits, durch eine Fehlsteuerung von Darmbakterien andererseits, Lebererkrankungen gefördert werden können.

Die Verträglichkeit des Probiotikums war ausgezeichnet bei den Studienteilnehmern. In der Probiotikum-Gruppe nahmen alle bis auf einen Patienten bis zum Ende an der Studie teil, während in der Placebo-Gruppe 11 Patienten die Studie vorzeitig beendeten. Unter anderem ein Beleg für die spürbare Besserung des Befindens unter dem neuen Probiotikum in der Probiotikum Gruppe.

Die Studiendaten wurden am 17.11.2015 in San Francisco bei dem renommierten „Liver Meeting“ der American Association for the Study of the Liver vorgestellt. Die Arbeit wurde bereits vom wissenschaftlichen Komitee begutachtet und ausgezeichnet als eine der besten Arbeiten dieses Jahres in diesem Fachbereich.

Anmerkung:

Da die Studie nur 6 Monate dauerte, ist eine langfristig ausgelegte Bewertung für Leberkranke natürlich nicht möglich. Die Studie zeigt aber, wie bereits zuvor von einer anderen Studiengruppe berichtet (siehe unten Literaturangabe-2-), dass bestimmte Probiotika bei Lebererkrankungen durchaus als unterstützende Maßnahme eingesetzt werden sollten. Hierzu bedarf es aber erfahrener Ärzte und nicht einer Selbstbehandlung. Weitere Studien laufen derzeit; auch über einen längeren Zeitraum.

Literatur:

 

 

 

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