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Dr. med. Peter Strauven, MSc.

Facharzt für Ernährungsmedizin,
Facharzt für Allgemeinmedizin.
Master of Science in Preventive Medicine,
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Blähungen, Durchfall, Reizdarm: DNA Diagnose | Dr. Strauven
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Blähungen, Durchfall, Reizdarm: Ursachen und Lösungsansätze

Apr 15 2017

Blähungen, Durchfall, Reizdarm: Ursachen und Lösungsansätze

Viele Patienten besuchen mich täglich mit unklaren Darmbeschwerden. Meist wird über Darmblähungen, Aufstoßen, Luftabgang, breiige, riechende Stühle, berichtet. Wer mehr als 20-25x täglich regelmäßige Blähungen mit Luftabgang über mehrere Wochen hat, eventuell auch noch mit Krämpfen, wechselnden Stühlen, der sollte das beim Arzt abklären lassen.

Die häufigsten Ursachen für Darmbeschwerden:

  • Hektik beim Essen, zu schnelles Essen ohne ausreichendes kauen (im Mund wird bereits mit mindestens fünf Enzymen vorverdaut).
  • Zu spätes, zu vieles Essen, da die Verdauungsleistung besonders abends eingeschränkt ist.
  • Falsche Ernährung wie zu fettige Speisen (Gallen, Bauchspeicheldrüsenüberforderung), „junk food“ regelmäßig, Fruchtsäfte, Milchprodukte (häufig Fruktose-, Laktoseintoleranz). Lebensmittelunverträglichkeiten (Kohl, Hülsenfrüchte, Zwiebeln, Sojaprodukte). Dazu kommen noch die Zuckeraustauschstoff-Intoleranzen (Sorbit, Xylit). Alles ein Grund für Blähungen, Druckgefühl, Luftabgang, Darmkrämpfe. Eine Abklärung ist erforderlich!
  • Darmpilze, Histamin-, Glutenintoleranz (z.B. Zöliakie, die Klebereiweißkrankheit), seltener Parasiten, können eine Rolle spielen.
  • Die Dauereinnahme von Medikamenten wie zum Beispiel Säureblocker können die Darmflora erheblich beeinflussen: Fehlbesiedelungen (Clostridium difficile Bakterien Vermehrung) sind möglich. Beschwerden wie Blähungen, Druckgefühl, Völlegefühl können entstehen. Darüber gibt es neue sehr gute aktuelle Studien.
  • Eine entzündliche Darmerkrankung (Colitis Ulcerosa, M. Crohn) und eine Darmkrebserkrankung muss auf jeden Fall ausgeschlossen werden.

Wie sollten Darmbeschwerden abgeklärt werden?

Ausführliche und geduldige, detektivische Befragung des Patienten (Anamnese). Tastuntersuchung des Bauches, Blutuntersuchung (Entzündung, Leber Galle, Lebensmittel, Histamine, Immunologie-Zöliakie u.a.), Stuhluntersuchung (Blut im Stuhl, Bakterien-Flora, Pilze, Entzündungsparameter wie Calprotectin u.a.). Laktose-, Fruktose-, Trinkbelastungstest, Darmspiegelung, Magenspiegelung u.a., wenn erforderlich.

Wie werden Darmbeschwerden behandelt?

Es kann der einfache Grund einer Laktose-, Fruktose, Lebensmittel-Allergie oder -Intoleranz sein: durch eine Beratung meiner spezialisierten, diplomierten Ernährungsberaterinnen mit Meidung bestimmter Lebensmittel ist alles wieder schnell im Lot.  Eine professionelle Ernährungsberatung mit Änderung der Ernährungsweise, Verzicht auf zu späte Mahlzeiten, Kautraining, Stressmanagement lindert zusätzlich viele Beschwerden.

Schwieriger wird es, wenn weiter Beschwerden bestehen, wenn eine andere Vorgeschichte vorliegt. Hier muss eingehender gesucht werden; schließlich muss auch die Suche nach selteneren Erkrankungen aufgenommen werden (entzündlicher Magen-, Darmprozess, Magen, Darmkrebs, seltene immunologische Erkrankungen, Mastocytose, seltene Dünndarmprozesse).

Begleitend medikamentös setze ich in meiner Praxis individuell unter ärztlicher Kontrolle Pro-, Präbiotika, pflanzliche Präparate wie Myrre, Kümmel, Pefferminze, Bromelaine, Curcuma, Basenpulver u.a. ein.

Bei Laien wenig bekannt: der „Reizdarm

Wenn keine organischen, krankhaften Störungen vorliegen: „the little brain“ (der Darm) macht uns mit seinem Nervengeflecht (eine kleinere Festplattenkopie unseres Gehirns) den „Garaus“. Die Gründe sind mannigfaltig (Hormonfehlsteuerungen, Genetik, Übergewicht u.a.). Mein ganzheitliches Konzept: Abklärung ausführlich (siehe oben), eingehende persönliche Beratung (Lebensweise, Verhalten, Stressmanagement). Tatsächlich sind in einigen Fällen kurzfristig gering dosierte Psychopharmaka für einen Zeitraum sehr erfolgreich. Denn der Darm tickt manchmal tatsächlich mit seinem Nervengeflecht („little brain“=Psyche) in die falsche Richtung. Wie der volkstümliche Spruch sagt: „es ist mir auf den Darm / Magen geschlagen“!

Mit DNA-Analyse Krankheitsauslöser besser erkennen

Die molekulare Genetik ermöglicht jetzt eine erheblich höhere Anzahl von Darmbakterien, Darmbakteriengruppen zu erfassen und nach ihrem Wirkmechanismus zuzuordnen: zum Beispiel entzündungshemmende oder entzündungsfördernde Bakterienstämme können besser differenziert werden. Damit hat sich der Therapieansatz deutlich verbessert. Es gelingt eine optimalere Zuordnung zu Krankheitsauslösern:

Bei Reizdarm wurde in Studien eine verminderte Anzahl von Lactobacillen aus der Stammgruppe der Lactobacillaceae festgestellt. Kontrollierte doppelblinde und randomisierte Studien liegen vor, die mit Lactobacillen (L. plantarium) eine Reduktion von Schmerzen und Blähungen nachweisen. (Studien siehe unten). Bei Kindern mit allergischen Asthma wurde eine Dominanz von Clostridium difficile bei einem gleichzeitig reduzierten Anteil von Bifidobakterien in der Darmflora festgestellt. Bei entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa lag ein verminderter Anteil des Faecalibakteriums prausnitzii aus dem Bakterienstamm der Firmicutes vor: diese Bakterien wirken deutlich antientzündlich. Sie hemmen Entzündungsabläufe (NF-kB , IFN-y-Produktion, Zytokine).

Fazit:

Nur die geduldige, detektivische Befragung und Untersuchung verbunden mit einem Netzwerk von Spezialisten führt schließlich in vielen Fällen zum Ziel: einer Verbesserung und Heilung der Beschwerden. Hierfür benötigt es Zeit. Diese nehme ich mir gerne für Sie!

Literatur zum Thema

  • “Reizdarmsyndrom – die wichtigsten Empfehlungen; Andresen et al., Dtsch. Arzteblatt 2011, 108(44), 751-60
  • “Screening for Colorectal Cancer”, Glittet et al., New England Journal Med, 2010, 362:84-85
  • “Proton pump inhibitors affect the gut microbiome”: Imhann et al., Gut, 2016, 65,740-8
  • Protonenpumpenhemmer – Nebenwirkungen und Komplikationen der langfristigen Protonenpumpenhemmer Einnahme, Überschaer H., Gastroenterologie, 2017, 55, 63-74
  • “Leitsymptom Diarrhoe“, Review, Lankitsch et al., Deutsches Ärzteblatt, 2006, 103, Heft 5
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