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Dr. med. Peter Strauven, MSc.

Facharzt für Ernährungsmedizin,
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Muss eine Schilddrüsenfunktionsstörung immer behandelt werden?
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Wann muss eine Schilddrüsenfunktionsstörung behandelt werden? Und wann nicht?

Schilddrüsenfunktionsstörung
Okt 15 2016

Wann muss eine Schilddrüsenfunktionsstörung behandelt werden? Und wann nicht?

Müdigkeit, Leistungsabfall, Depressionen, Gewichtszunahme, Herzrhythmusstörungen, Osteoporose, Nebennierenschwäche: eine Schilddrüsenfunktionsstörung kann der Übeltäter sein. Aber wann ist eine Behandlung von Schilddrüsenunterfunktion oder Schilddrüsenüberfunktion zwingend erforderlich, und in welchen Fällen eher kontraproduktiv?

Die Schilddrüse ist ein wichtiges Hormon-Steuerungsorgan in unserem Körper. Eine Fehlsteuerung führt kann zu vielen Körperfunktionsstörungen führen. Prof. Jörg Bojunga hat mit einem „Review“ im „Klinikarzt“ 2016 erneut auf die Folgen hingewiesen.

In Deutschland schätzt man die Anzahl von Schilddrüsenfunktionsstörungen auf 10 Millionen.

Eine hohe Zahl. Allerdings müssen eben nicht alle behandelt werden. Familiäre Belastung, Alter, andere Hormonstörungen, Niereninsuffizienz, Adipositas spielen eine Rolle. Frauen sind deutlich häufiger betroffen als Männer (5:1). Herzrhythmusstörungen, Unruhe, Gewichtsverlust, Schlafstörungen können Ursache einer Überfunktion sein. Wechseljahre, Nebennierenschwäche, Depressionen, Müdigkeit, Leistungsabfall signalisieren eine Unterfunktion.

Aus der aktuellen Forschung ergibt sich zusammenfassend folgende Empfehlung:

  1. Schilddrüsenlaborveränderungen müssen definitiv nicht alle behandelt werden. Manchmal sind Verlaufskontrollen sinnvoller, vor allem bei älteren Patienten – besonders wenn es um Schilddrüsenunterfunktion geht.
  2. Es gilt immer: die individuelle Befragung, das Alter des Patienten, die Beschwerden in Zusammenhang mit dem Abtasten des Halses und die Schilddrüsen-Sonographie bilden zusammen mit dem Laborwert (und nicht immer der Laborwert alleine) eine Einheit zur Diagnose- und Therapiefindung. Wer diesen Ablauf bevorzugt, der liegt auf der sicheren Seite.
  3. Schilddrüsenkrebs ist definitiv selten, betrifft deutlich mehr Frauen; auch junge Frauen können hiervon betroffen sein! Leider ist die Diagnose nicht immer einfach und fällt häufig erst im Rahmen einer Routineuntersuchung auf.
  4. Schilddrüsenüberfunktion, besonders ab einem Alter von 50 Jahren, führt zu einer deutlich erhöhten Sterblichkeit, wenn sie nicht richtig behandelt wird. Vor allem muss hier die Jodzufuhr gemieden werden.
  5. Eine Schilddrüsenunterfunktion ab 60 Jahren muss ganz anders definiert werden wie bei einem jungen Menschen: das heißt der TSH-Wert kann zum Beispiel bei 3-5 liegen: bei sonographisch unauffälligen Befund und Zufallsbefund im Labor, muss dieser „Unterfunktionswert“ nicht zwingend behandelt werden. Denn durch die Gabe eines Schilddrüsenpräparates kann zum Beispiel eine Herzrhythmusstörung oder andere Nebenwirkungen ausgelöst werden.

Fazit: Die Schilddrüse muss nicht immer Ursache für alle entsprechenden Patienten-Beschwerden sein. Ein erfahrener Arzt sollte sich der Sache annehmen. Schilddrüsenwerte im Labor müssen individuell betrachtet werden, denn viele Einflussfaktoren spielen eine Rolle. Der gemessene Laborwert, zum Beispiel TSH, muss nicht immer stimmen: im Zweifel lohnt sich die Kontrolle weiterer Schilddrüsenhormonwerte sowie andere Untersuchungen!

Literatur:

  • Der Referenzbereich des Schilddrüsenwerts TSH – Was ist normal? Bojunga et al.: Klinikarzt: 2016, 45(02): S.: 66-73
  • Die Schilddrüse: Wechselwirkungen mit Pille und Hormonen, Dtsch Arztebl. , 2001; 98 (24): A-1633 / B-1388 / C-1239
  • Milde Formen der Schilddrüsenfehlfunktion: Ursachen, Diagnostik, Vorgehen: Brabant et al., Dtsch Arztebl 2006; 103(31-32): A-2110 / B-1818 / C-1759
  • The spectrum of thyroid disease and risk of new onset atrial fibrillation: a large population cohort study, BMJ 2012; 345
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