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Dr. med. Peter Strauven, MSc.

Facharzt für Ernährungsmedizin,
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„Säureblocker“ sind keine Lutschbonbons - Blog Dr. med. Strauven
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„Säureblocker“ sind keine Lutschbonbons

„Säureblocker“ sind keine Lutschbonbons

Säureblocker werden mittlerweile wegen jeder Art Beschwerden eingenommen: lästiges Aufstoßen, Stress bedingte Blähungen, Völlegefühl im Oberbauch, Gastritis, Reflux Erkrankungen u.a.

Doch Protonenpumpenblocker (PPI), wie sie im medizinischen Sprachgebrauch auch heißen, sind gar nicht so ohne. Einerseits bestehen Interaktionen mit anderen Medikamenten. Das liegt an der Verstoffwechslung der Säureblocker über die Leber. Diesen Weg nehmen auch andere Medikamente. Die Wirkung von Sedativa (z.B. Benzodiazepine, Citalopram und andere Antidepressiva), aber auch Antibiotika wie Makrolide, kann durch regelmäßige Einnahme von Säureblockern verstärkt werden.

Der Magen pH-Wert wird durch Säureblocker angehoben, die Löslichkeit und Resorption bestimmter Medikamente (Anti-Virus Medikamente, Thyrokinasehemmer= Immunologika in der Krebstherapie) wird gestört!

Säureblocker behindern die Aufnahme von Eisen und vor allem Vitamin B12 (Intrinsic Faktor Beeinträchtigung) bei Dauereinnahme. Laborkontrollen und auch dann eine Substitution von B12 zum Beispiel kann erforderlich sein!

Eine seltenere Variante ist eine durch Säureblocker gestörte Magnesiumaufnahme. Vor allem, wenn dies zusammen mit Diuretika (Entwässerungsmedikamenten) und Platin enthaltenden Chemotherapeutika (bei Krebspatienten) geschieht. Eine mögliche Niereninsuffizienz durch jahrelange Säureblockereinnahme, besonders bei älteren Patienten, wird beschrieben.

Wenig bekannt ist, dass der Gerinnungshemmer Clopidogrel (Blutplättchen-Gerinnungshemmer, häufig eingesetzt nach z.B. Herz-Stent Operationen) durch Protonenpumpenhemmer negativ beeinflusst werden kann. Die über die Leber ablaufende Aktivierung dieses Medikamentes kann Protonenpumpenblocker Dosis abhängig vermindert werden.

Führt die dauerhafte Einnahme von Säureblockern zu vermehrten Darminfekten?

Die dauerhafte Einnahme von Säureblockern kann eine vermehrte Häufigkeit von Darminfekten mit Salmonellen, Chlostridien und Camphylobakter bewirken: derzeit wird dies heftig diskutiert auf medizinischen Kongressen. Man sollte zumindest bei bestimmten gastroenterologischen Erkrankungen (hier speziell mikroskopische Kolitis, Candida Ösophagitis) mit einem Gastroenterologen die Dauereinnahme mit Säureblockern abstimmen!

Fazit:

Säureblocker (Protonenpumpenblocker) sind hilfreich und wichtig in der Medizin.
Ihre dauerhafte Einnahme sollte regelmäßig mit einem erfahrenen Arzt abgestimmt werden. Nicht jeder benötigt Säureblocker. Manchmal können bei einfachen und kurzen Beschwerden Ernährungsumstellung, Basenpulver, Basentabletten, Huminsäuren, u.a. einfache Präparate hilfreich sein. Es lohnt hierzu einen Arzt des Vertrauens aufzusuchen!

Literatur:

  • Protonenpumpenhemmer – Nebenwirkungen und Komplikationen der langfristigen Protonenpumpenhemmereinnahme, Ueberschaer, Hendrik; Allescher, Hans-Dieter, Zeitschrift Gastroenterologe, 2017; 55(01): 63-74
  • „Protonenpumpenhemmer gehen vielen an die Nieren“ Thomas Müller, Ärztezeitung online, 21.1.2016
  • „Schadet unkritische Einnahme dem Image der wirksamen Arznei?“ Beate Schumacher, Ärztezeitung online, 24.3.2017
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