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Dr. med. Peter Strauven, MSc.

Facharzt für Ernährungsmedizin,
Facharzt für Allgemeinmedizin.
Master of Science in Preventive Medicine,
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Sechs Allergie-Mythen

Mrz 15 2015

Sechs Allergie-Mythen

Viele Menschen schweben förmlich in Angst und Schrecken, lassen sich durch falsche Informationen, besonders im Internet, in schädliche Richtungen lenken. Glutenunverträglichkeit, Glutensensitivtät führen zu Horrorvorstellungen. „Lebensmittelallergiker“ stellen komplett ihr Leben um. Hundeallergiker kaufen sich eine „hypoallerge Hunderasse“ u.a.

David Stukus, Allergologe aus Columbus, Ohio, USA, präsentierte 2013 auf dem Annual Scientific Meeting of the American College of Allergy, Asthma and Immunology (ACAAI), ein Review über Mythen  der Allergologie. Er weist auf klare Irrtümer hin, die längst wissenschaftlich wiederlegt sind. Der Darm spielt auch hier eine wichtige Rolle.

Mythos: „Allergietests zu Hause schnell durchgeführt sagen mir gegen was ich allergisch bin…“

Von diesen kommerziellen, teilweise sehr teuren Bluttests für den Hausgebrauch rät Stukus ab: Zwar könnten diese Sensibilisierungen  aufdecken. Leider hätten diese Sensibilisierungen leider durchaus auch gesunde Menschen und es beweise eben nicht, dass eine echte Allergie vorliegt.

Laut Dr.med. Stukus führen solche Bluttests eher sogar zu einer schadhaften eingeengten Nahrungsmittelzufuhr, abgesehen von den damit entstandenen psychischen Beeinträchtigungen. Hier sollte definitiv fachärztlicher Rat eingeholt werden, bevor man seine Ernährung umstellt.

Mythos: Höher allergene Nahrungsmittel (z.B. Weizen) sollen bis zum ersten Lebensjahr nicht gegeben werden.

Wissenschaftlich belegt ist aber: über die ersten 6 Lebensmonate hinaus besteht für die meisten Babys kein Grund dies nicht zu tun. Ab diesem Alter wird eher frühzeitig das Immunsystem angeregt und hierdurch Toleranzen im späteren Leben deutlich gefördert. Sicher gibt es auch hier mögliche Allergien. Diese sind aber extrem selten: Maximal 5%. (Dunkelziffer mit einberechnet). Sollte dann das Baby/Kind unklare Gedeihbeschwerden haben, ist ein Gang zum Arzt anzuraten. Die im Internet kursierenden, viel höher angegebenen Prozente für Nahrungsmittel-Allergien und Unverträglichkeiten sind in keiner Weise wissenschaftlich belegt.

Mythos: „Ich bin allergisch gegen Gluten. Deshalb darf ich jetzt kein glutenhaltiges Brot mehr essen, vielleicht lebenslang…“

Nur sehr wenige Menschen sind daran erkrankt. Die wissenschaftliche gesicherte Wahrheit:

In Deutschland haben nachgewiesen 1% (Dunkelziffer vielleicht  2-3% Prävalenz) der Menschen eine echte Zöliakie (Gluten-Krankheit), Diese Menschen müssen sich definitiv lebenslang glutenfrei ernähren, um eine schwere Darmkrankheit und Immunstörung in weiteren Organen zu vermeiden.

Neue wissenschaftliche Leitlinien, die sich auf gute Studien stützen, unterscheiden jetzt zwischen Weizenallergie, Zöliakie und Glutensensitivität.

Bei der „Glutensensitivität“  ist  das angeborene Immunsystem beteiligt. Die Zöliakie ist eine adaptive, neu aufgetretene Immunreaktion (Transglutaminase u.a.) des menschlichen Körpers. Mehr zum Thema Zöliakie.

Mythos: „Eine Impfung kann ich nicht durchführen lassen, weil ich eine Hühnereiweiß-Allergie habe“

Impfstoffe gegen Gelbfieber und Grippe werden häufig noch auf Grundlage von Hühnerembryonen hergestellt. Hier besteht für einen Eiweiß-Allergiker definitiv eine Kontraindikation, berichtet Dr. Stukus.

Viele Impfstoffe sind hingegen bereits auf Grundlage von Zellkulturen (auch in Deutschland) hergestellt, und damit auch für diese Gruppe unbedenklich.

Mythos: „Künstliche Haartönungen lösen bei mir Allergien aus….“

Hierfür gibt es bisher keine wissenschaftlich gesicherte Beweise, lautDr.Stukus. Aber: Ob ein Zusammenhang zwischen künstlichen Haartönungen und der chronischen Urticaria (Hautkrankheit) und Asthma besteht wird zumindest geprüft. Kontaktallergien, wie zum Beispiel gegen p-Phenylendiamin, 2,5-Diaminotoluol in künstlichen Haartönungen, werden ebenfalls noch wissenschaftlich untersucht. Bis dahin bestehen keine Beweise für Zusammenhänge.

Mythos: „Ich habe eine Katzen-, Hundeallergie: ich halte mir dann eben eine hypoallergene Rasse!“

Hpoallergene Katzen oder Hunde gibt es nicht. Denn, so Dr. Stukus, viele wissen nicht, dass es nicht die Haare sein müssen, die die Allergie auslösen können. Speichel, Schweißdrüsen sowie die Drüsen im Analbereich der Tiere setzen Allergene ab, die dann zu einer Reaktion führen.

Fazit Dr. med. Stukus auf dem amerikanischen Allergologen Kongress: Wenn Sie den Verdacht auf eine mögliche Allergie haben: suchen Sie einen Spezialisten auf, statt im Internet nach Lösungen zu suchen.

Anmerkung des medizinischen Autors dieses Artikels: Manchmal ist die Aufdeckung einer Allergie nicht einfach (PrickHauttest, Bluttest IGE u.a.) und es müssen aufwendigere Maßnahmen, wie Auslass-, Provokationsversuche durchgeführt werden. Dies geht nur mit geduldiger Mitarbeit von beiden Seiten: Arzt und Patient!

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Ihr Dr. Peter Strauven
Master of Science in Preventive Medicine,
Facharzt für Ernährungs-, Allgemeinmedizin.

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